Ich wurde im Katastrophenwinter 1979 geboren und bin im Prenzlauer Berg in Ost Berlin aufgewachsen. Warum erwähne ich das? Weil Prägung kein Zufall ist. Ich komme aus einer Zeit des Umbruchs. Räume entstanden dort, wo vorher Systeme waren. Das hat mein Verständnis von Freiheit und Gestaltung früh geprägt.

Nach der Schulzeit zog es mich in die Berliner Subkultur. Elektronische Musik war für mich mehr als ein Soundtrack. Sie stand für Eigenständigkeit in einer Stadt, die sich neu erfand. Techno bedeutete Struktur im Chaos und Gemeinschaft ohne Etikett.

Ich war erst Beobachter, dann Akteur. Tänzer, DJ, Veranstalter, Produzent. Über zwei Jahrzehnte hinweg habe ich Räume geschaffen, von rohen Kellern bis zu professionellen Großformaten. Mit der Zeit veränderte sich mein Verhältnis dazu. Wenn aus einer Idee vor allem ein Geschäftsmodell wird, verschiebt sich der Kern. Aus Haltung wird Industrie. Aus Kultur Kalkulation. 23 Jahre waren für mich ein runder Abschluss.

2025 habe ich ein eigenes Musiklabel gegründet. Nicht als Rückkehr, sondern als bewusste Entscheidung Musik zu veröffentlichen, wenn sie inhaltlich stimmt und nicht, weil sie funktionieren muss. Parallel dazu habe ich privat Entscheidungen getroffen, die größer waren als jede Partyreihe. Weniger Reaktion, mehr Verantwortung für das eigene Leben.

Heute arbeite ich als Kreativer und Agenturinhaber. Ich entwickle Strategien, Texte und digitale Auftritte. Gestaltung ist mein Handwerk, Wirkung mein Maßstab.

Die Fotografie ist mein Gegenpol. Während digitale Projekte flüchtig sind, bleibt ein Bild. Es hält einen Moment fest und zwingt zur Reduktion.

Ich erschaffe Räume. Früher physische für Subkultur, heute visuelle für Erinnerung.

Ich brauche Freiheit, aber Struktur. Ich suche Bedeutung, nicht bloßen Erfolg.

Wenn dich das anspricht, schau dich um.

Berlin, Februar 2026

PS: Wen das Thema Techno in den 90ern interessiert, empfehle ich das Buch von Felix Denk und Sven von Thülen „Der Klang der Familie“ oder die Dokus „SubBerlin – The Story Of Tresor“ oder „Berlin ´90 – Der Sound der Wende“ auf Youtube.